Soziologie-ein fliegender Holländer? https://soziologiedesunbewussten.blogspot.be/2015/12/blog-post

Soziologie- ein fliegender Holländer?

Mein Artikel aus "soziologie heute", Oktober 2015, s. Blog-Artikel vom 2.12.2015

Montag, 30. Juni 2014

Das Stanford-Gefängnis-Experiment
 
Das Stanford-Prison-Experiment
 
MachtSTRUKTUREN machen sogar im Spiel das Bewusstsein zu einer hilflosen Marionette  des Unbewussten.


Das Stanford-Prison-Experiment (deutsch: das Stanford-Gefängnis-Experiment) war ein psychologisches Experiment und als solches ein Meilenstein der psychologischen Erforschung menschlichen Verhaltens unter den Bedingungen der Gefangenschaft, speziell unter den Feldbedingungen des echten Gefängnislebens. Der Versuch wurde 1971 vom US-amerikanischen Psychologen Philip Zimbardo an der Stanford University durchgeführt und vorzeitig abgebrochen.

Verlauf
Bewerbung und Verhaftung
Auf eine von den Wissenschaftlern geschaltete Zeitungsannonce in Palo Alto meldeten sich über 70 Studenten. Bei diagnostischen Interviews und einem Persönlichkeitstest wurden 24 Studenten aus der Mittelschicht ausgewählt, die normale, durchschnittliche Ergebnisse erzielten. Sie wurden für 15 Dollar pro Tag engagiert. Die ausgewählten Studenten wurden durch Münzwurf zufällig in zwei Gruppen eingeteilt – Wärter und Gefangene. Die Gefangenen mussten im Vorfeld Dokumente unterschreiben, in welchen sie freiwillig auf einige ihrer Grundrechte verzichteten, solange sie im „Gefängnis“ waren.
Ein paar Tage später wurden die Gefangenen „verhaftet“: Echte Polizisten nahmen sie öffentlich wegen bewaffneten Raubes und Einbruchs fest, klärten sie über ihre Rechte auf und brachten sie auf die Polizeiwache. Dort warteten sie mit verbundenen Augen in Untersuchungszellen. Von dort wurden sie dann zum Institut überführt und nach Aufnahme ihrer Personalien in extra für dieses Experiment eingerichtete Zellen gesperrt.
Die drei Zellen befanden sich im Keller der Universität. Die Originaltüren der eigentlichen Laborräume waren durch extra angefertigte Gittertüren ersetzt worden. Das Flurstück davor war „Gefängnishof“ und wurde an den Enden mit Holzwänden geschlossen. Durch feine Löcher in diesen Wänden wurde das Geschehen im Innern gefilmt. Durch die Sprechanlage wurden die Experimentteilnehmer abgehört. Es gab keine Fenster, dafür aber ein so genanntes „Loch“. Das Loch war eine Art Wandschrank, welcher mit Aktenordnern befüllt nunmehr eine Größe von 62 × 62 cm hatte und bei geschlossener Tür absolut dunkel war.
Ereignisse im „Gefängnis“
Diejenigen, die Wärter darstellen sollten, wurden mit Uniformen, von der Polizei geliehenen Gummiknüppeln und Sonnenbrillen ausgestattet. Die Gefangenen wurden alle von dem „stellvertretenden Anstaltsleiter“ persönlich begrüßt. Danach wurde jeder Gefangene entlaust und dazu gezwungen, eine schwere Fußkette, einen Nylonstrumpf über dem Kopf und „Gefängniskleidung“ (Krankenhaushemd ohne Unterwäsche) zu tragen.
Die Gefangenen erhielten Nummern, die sie statt ihrer Namen zu verwenden hatten. Diese Nummern waren auch auf der Vorder- und Rückseite ihrer Kittel angebracht. Im Falle eines Ausbruchs, so wurden die Wärter informiert, würde das Experiment abgebrochen werden. Ansonsten hatten die Wärter die Freiheit, eigenständig Regeln auszuarbeiten und alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um Ruhe und Ordnung im „Gefängnis“ zu wahren.
Die Gefangenen wurden immer zu dritt in eine Zelle gesperrt. Die Zellen waren nur so groß, dass gerade drei einfache Pritschen darin Platz hatten. Toiletten gab es in den Zellen nicht. Wenn ein Gefangener auf die Toilette musste, so musste er erst die Erlaubnis eines Wärters einholen. Dann wurde er mit verbundenen Augen auf die Toilette geführt, damit er den Ausgang nicht sehen konnte.
Anfangs probierten beide Parteien ihre Rollen erst aus, um zu sehen, wo ihre Grenzen lagen. Die Wärter riefen die Gefangenen zu beliebigen Tag- und Nachtzeiten aus dem Bett zu Zählappellen. Einerseits sollten die Gefangenen dadurch mit ihren Nummern vertraut gemacht werden und andererseits die absolute Macht der Wärter über die Gefangenen demonstriert werden. Außerdem setzten die Wärter zur Bestrafung gern Liegestütze ein.
Bereits am Morgen des zweiten Tages brach ein Aufstand aus. Die Gefangenen blockierten die Zellentüren, rissen ihre Nummern von den Kitteln und zogen sich die Strümpfe vom Kopf. Die Wärter schlugen den Aufstand nieder, indem sie mit Feuerlöschern eisiges Kohlendioxid in die Zellen sprühten und die Gefangenen dadurch zwangen, die Türen freizugeben. Danach wurde allen Gefangenen die Kleidung und Betten entzogen. Ab diesem Zeitpunkt demütigten die Wärter die Gefangenen bei jeder Gelegenheit, alles wurde zum Privileg. So mussten die Gefangenen nach dem Zapfenstreich um 22:00 Uhr, wenn das Licht aus und die Zellen geschlossen waren, die Eimer in den Zellen für ihre Fäkalien benutzen, da die Wärter ihnen den Gang zur Toilette verweigerten. Dadurch roch das Gefängnis nach kurzer Zeit stark nach Kot und Urin, was die Atmosphäre in dem stickigen Kellergewölbe noch näher an die eines echten Gefängnisses brachte.
Es wurde eine „privilegierte Zelle“ für die Gefangenen eingerichtet, welche sich nicht oder kaum am Aufstand beteiligt hatten. Diese bekamen Kleidung und Betten zurück und bekamen darüber hinaus Essen in Anwesenheit der Anderen, während diese nichts bekamen. Nach einem halben Tag wurden die privilegierten mit den sanktionierten Gefangenen gemischt. Dies sorgte für Verwirrung und die Rädelsführer des Aufstandes hielten die Privilegierten für Spitzel. Damit brachen die Wärter die Solidarität unter den Gefangenen und verhinderten so weitere koordinierte Aktionen der Gefangenen.
Eskalation und Abbruch des Experiments
Das Experiment geriet sehr schnell außer Kontrolle. Nach drei Tagen zeigte ein Gefangener extreme Stressreaktionen und musste entlassen werden. Einige der Wärter zeigten sadistische Verhaltensweisen, speziell bei Nacht, wenn sie vermuteten, dass die angebrachten Kameras nicht in Betrieb waren. Teilweise mussten die Experimentatoren einschreiten, um Misshandlungen zu verhindern. Nach nur sechs Tagen (zwei Wochen waren ursprünglich geplant) musste das Experiment abgebrochen werden, insbesondere, weil die Versuchsleiter feststellten, dass sie selbst ihre Objektivität verloren, ins Experiment hineingezogen wurden und gegen den Aufstand der Gefangenen agierten.
Bei Beendigung des Experiments hatten vier Gefangene emotionale Zusammenbrüche erlitten und mussten infolgedessen vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen werden. Ein anderer Gefangener bekam einen psychisch bedingten Hautausschlag, als er erfuhr, dass sein „Bewährungsgesuch“ abgelehnt worden war. Der Rest der Gefangenen versuchte, die Situation durch Unterwürfigkeit zu meistern und den Befehlen der Wärter so korrekt wie möglich Folge zu leisten. Die Gruppe der Gefangenen war zerschlagen, jeder war nur noch Einzelner – auf sich allein gestellt und aufs Überleben fixiert.
Freud und die freie Assoziation

Freud betonte im Unterschied zu C.G. Jung die instinktive, triebhafte und affektive Seite des persönlichen Unbewussten. Allerdings spielen auch hier wie bei den Archetypen Jungs (siehe auch das kollektive Unbewusste) SYMBOLE eine wichtige Rolle. Sie sind das Verbindungsglied zwischen den zwei Ebenen des Unbewussten.

 
Die freie Assoziation, auch freies Assoziieren oder Methode der freien Einfälle genannt, ist eine Methode der psychoanalytischen Therapie Sigmund Freuds. Der Patient soll in der Therapie seinen Einfällen (Assoziationen) zu Personen, Ereignissen, Dingen oder Symbolen völlig freien Lauf lassen, ohne seine Äußerungen zu zensieren, auch wenn sie ihm als unpassend, unangenehm, sittenwidrig, unsinnig oder unwichtig erscheinen. Die freie Assoziation ist in der Freud'schen Behandlungstechnik die Hauptregel und die einzige unentbehrliche Methode um das Unbewusste zu erforschen. Die freie Assoziation als psychoanalytische "Grundregel", die Traumdeutung und die Analyse der Fehlleistungen stellen die drei wichtigsten technischen Mittel der klassischen Psychoanalyse dar.
Soziotainment statt Soziologie!Die systematische Organisation der Verantwortungslosigkeit!

Mein Kommentar zu einem Kommentar von Prof. Albrecht (www.soziologie.de/blog)

Soziologie ist offensichtlich zu einem Teil der Unterhaltungsindustrie mutiert.

Soziotainment liegt voll im Trend der Zeit.

Die naive Vorstellung von WISSENSCHAFTLICHER Soziologie ist durch die Erfahrungen mit den Schwierigkeiten der Psychologie und der Ökonomie überholt, wie Herr Prof. Albrecht meint. Die Soziologie kommt nicht zu dem Schluss, dass deren Probleme z.T. durch die nicht vorhandene wissenschaftliche Soziologie entstanden sind. Nein, die universitäre Soziologie ist viel schlauer, sie macht die Verantwortungslosigkeit und das Soziotainment zum neuen Paradigma.

Damit vermeidet sie die peinlichen Prognose-und Grundlagenfragestellungen anderer Sozialwissenschaften. Sie qualifiziert einfach Prognosen und Kausalitätsvorstellungen als naiven Realismus, genial.

Sie erklärt das Gründungsthema der Soziologie, nämlich die Erklärung sozialer Strukturen und ihrer Wirkungen, für überholt und setzt auf Soziotainment. Der naive Realist, der Strukturen als unabhängig von individuellen und intersubjektiven Konstruktionen begreift, wird ersetzt durch den „realistischen“ Intersubjektivisten, der die „nicht vorhandenen Strukturen“ konstruktivistisch dekonstruiert.
Das nächste Stadium der Soziotainments wird wahrscheinlich die „Wir wünschen uns was, liebe Fee!“-Ideologie sein. Die Verantwortungslosigkeit wird systematisch perfektioniert. Wenn es bei dieser Fee nicht klappt, wird der nächste systemische Versuch bei einer anderen Fee gestartet, bis der Wunsch erfüllt wird oder halt nicht. Die Gesellschaft entwickelt sich von einer narzisstischen Gesellschaft zu einer schizophrenen Gesellschaft mit einem wahnhaften Zugang zur Realität.

Dass der Konstruktivismus gleichzeitig als Absurdität begriffen wird, erhöht den Jahrmarktcharakter des Soziotainments. Prinzipiell ist der Konstruktivismus absurd, aber konkret sehr unterhaltsam. Für jeden ist etwas dabei, die staatlich subventionierte Ideologie-Show überzeugt fast jeden.

Dasgleiche gilt für Kausalitätsvorstellungen. Als soziologisch sinnlos betrachtet, werden sie durch „realistische“ , sinnvolle Korrelationen ersetzt. Prinzipiell, allerdings in konkreten Einzelfällen werden dann mit Ursache -Wirkungs-Vermutungen operiert, kein Problem. Herr Prof. Albrecht, Sie nennen das dann „Plausibilität“. Wissenschaftstheorie war gestern.
Oder Wissenschaftstheorie wird situativ „begriffen“, der Patch-Work-Zeitgeist lässt grüßen.
Die Wissenschaftstheorie für die Theorie des Waldspaziergangs hat Hochkonjunktur. Verantwortungslosigkeit für größere Zusammenhänge ist die zwangsläufige Folge, Gesinnung ist angesagt und nur ja keine Eindeutigkeit, um Himmels Willen. Dafür könnte man ja im Falle einer Fehl-Eindeutigkeit zur Verantwortung gezogen werden.

Wer profitiert von dieser Soziotainment-Entwicklung und dem naiven Intersubjektivismus, könnte man in altertümlicher soziologischer und kriminologischer Manier fragen?

Ganz einfach:

  1. die Lehrbeamten an den Universitäten, die sich literarisch voll entwickeln können, bei guter Bezahlung und Absicherung, risiko-und haftungslos. Ob sie am freien Markt von ihren wichtigen Textproduktionen leben könnten, ist fraglich.
Fast so gut, karrieretechnisch gesehen, wie die EU-Bürokraten in Brüssel, die strukturell hervorragend versorgt sind, wenn es um das Verhältnis von Bezahlung, Absicherung und haftungsloser Verantwortung geht.

  1. Die demokratische Mittelmaß-Elite. Wenn es keine erkennbare Kausalität in sozialen Systemen gibt, ist sie hervorragend geschützt, vor allen Dingen, wenn etwas schief geht oder sogar Katastrophen passieren. Die Komplexitäts-Ideologie, die die soziologische Systemtheorie gleich mitgeliefert hat, ist dabei sehr hilfreich. Wer will leugnen, dass die Realität komplexer geworden ist. Wer die Frage nach dem „Warum“ stellt, ist ein naiver, hinterwäldlerischer Realist. Von Zukunftsgestaltung und strategischer Planung zu reden, überlässt man den Insassen geschlossener Anstalten.

Wer zahlt für diese Entwicklung?

Auch ganz einfach!
Wie immer diejenigen, die von den „nicht vorhandenen Strukturen“ abhängig sind und beim „Wir wünschen uns was, liebe Fee!“ auf der Strecke bleiben und leer ausgehen.

Also, um es noch einmal eindeutig? mit Ihren Worten, Herr Prof. Albrecht, auf den Punkt zu bringen (lassen wir mal den immanenten Widerspruch beiseite):
„Es gibt keine sozialen Strukturen da draußen in der Welt, die wir entdecken könnten …. Strukturen sind begriffliche Erkenntnismittel, die an intersubjektiv geteilten Wahrnehmungen plausibilisiert werden.“

Klar, oder?

Was passiert aber z.B., wenn wie in den Asch-Experimenten 90% der intersubjektiven Wahrnehmung Propaganda darstellt? Und in der Gesellschaft ist das noch blöder, die Länge des Strichs kann man nicht nachmessen. Sind das dann objektive Strukturen oder begriffliche Erkenntnismittel, die durch die Propaganda entstehen oder wie oder was????????????
Und die Medien sind begriffliche Erkenntnismittel, die an intersubjektiv geteilten Wahrnehmungen plausibilisiert werden oder wie oder was??????????
Und Werbung? Ist das ein begriffliches Erkenntnismittel, das an intersubjektiv geteilten Wahrnehmungen plausibilisiert wird oder wie oder was????
Oder die Verfassung usw.usw.usw.?
MACHT UND GEWALT

Macht ist, soziologisch gesehen, die Basis JEDER sozialen Beziehung!

Beim Begriff der Macht schließe ich mich Max Webers Definition an:


M a c h t
bedeutet jede Chance,
innerhalb einer sozialen Beziehung den
eigenen Willen auch gegen Widerstreben
durchzusetzen, gleichviel worauf diese
Chance beruht. ”
Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft,
Tübingen 1972, 5. Aufl. (1. Auflage 1921)



Schon auf der Ebene basaler Sozialität (Beziehungsstruktur) spielt Macht die entscheidende Rolle.
 
In dem Moment, wo zwei Menschen sich das erste Mal ansehen, passiert eine Verselbständigung der Beziehung, die Macht auf das TYPISCHE Verhalten innerhalb der Beziehung ausübt, inkl. eines Machtgefälles zwischen den beteiligten Personen im Normalfall, das sich nur im unwahrscheinlichen Ausnahmefall zu einem reziproken Austausch hin entwickelt, an dem beide Personen in gleichem Maße interessiert sind.
Ich gebe zu, diese Struktur kann man nicht anmalen . Deswegen existiert sie für einen Materialisten selbstverständlich nicht.
Die Wirkungen auf die VERTEILUNG des Verhaltens sind allerdings eindeutig. 
 
Wie unzureichend eine rational orientierte Psychologisierung dieser Strukturen ist, zeigt die Tatsache, dass Morde zu 90% Beziehungstaten sind. Sie entstehen , weil die unbewusste Determination des Verhaltens die Menschen innerhalb der Beziehung hilflos macht und sie Entlastung oft nur durch katastrophale, meist UNGEWOLLTE Aktionen mit dramatischen Nebenwirkungen erreichen können.
Jeder, der Beziehungserfahrung hat, wird, wenn er über eine entsprechende Selbstwahrnehmung verfügt, die unbewusste Determination dieses TYPISCHEN Verhaltens innerhalb einer Beziehung, auch in weniger dramatischen Fällen bestätigen. EheTHERAPIEN werden nötig, um die strukturellen Zwänge zu relativieren, die bewussten, ehrlich gemeinten Versuche beider Seiten reichen oft nicht. Warum wohl? Weil die „Soziologie des Unbewussten“ zuschlägt.

Gewalt ist aus meiner Sicht (viele Philosophen sehen es anders) die Extremform von Macht, ob körperlich oder psychisch angewandt. Sie aktualisiert das Machtpotenzial in der radikalsten Form. Zwar stimmt es, wie einige Philosophen behaupten, dass z.B. bei einer Tötung eines Menschen, weitere Machtmanipulationen bezogen auf den Getöteten unmöglich sind.

Aber bei strategischen Tötungen, wie sie beispielsweise von Terroristen oder von der Mafia konsequent angewandt werden, besteht die Wirkung darin, dass zukünftige Tötungen als wahrscheinlich eingestuft werden und diese Organisationen damit ihre Macht gewaltig steigern können, um das zukünftige Verhalten von Zielgruppen sogar teilweise OHNE neue Gewaltanwendung zu manipulieren.

Bei Folterungen, einer extremen Form von Gewalt, ist die Wirkung typischerweise die , dass der Gefolterte in einer nächsten, vergleichbaren Situation ohne die erneute Anwendung extremer Gewalt sein Verhalten ändert oder seine Informationen preisgibt, in Erwartung ähnlicher Schmerzen, wie er sie erlebt hat. Psychologisch betrachtet handelt es sich natürlich um Traumatisierungen, die das Verhaltensmöglichkeiten eines Menschen lebenslang beeinträchtigen können.


Psychische Gewalt hat ähnliche Auswirkungen, z.B. bei der Gehirnwäsche, die die PersönlichkeitsSTRUKTUR vollkommen verändern kann. Auch Stalking führt schon in der psychologischen Variante zu den bekannten Manipulationen des Verhaltens, die so weit führen können, dass jemand nicht mehr in der Lage ist, das Haus oder die Wohnung zu verlassen.

Hörigkeit und Sklavenhaltung, die wieder zunehmend in modernen Gesellschaften vorkommt, sind andere Beispiele für extreme soziale Beziehungen auf der Basis der radikalen Aktualisierung von psychischem und/oder körperlichem MachtPOTENZIAL.

Strukturelle, psychische Gewalt (Werbung/Propaganda) werden heutzutage kaum aus dieser Perspektive betrachtet. Ein Riesenerfolg von Propaganda und Werbung und eine Schande für die Soziologie, die wissenschaftlich für „soziale Beziehungen“ zuständig sein sollte.

Die liberale IDEOLOGIE und die von mir beschriebene KomplexitätsIDEOLOGIE schaffen es bisher hervorragend , diese menschenverachtenden Macht- und GewaltSTRUKTUREN unter dem Deckmantel von Liberalität und Pluralität zu kaschieren.
 
Der Herr der Ringe

Dieser 26 jährige Mann trickst dein Gehirn aus. Und du wirst nicht glauben womit.



http://heftig.co/lindzee-poi/?ref=facebo

Samstag, 28. Juni 2014

Das Asch - Konformitäts-Experiment

Solomon Asch führte zwischen 1951-1956 sozialpsychologische Experimente zum Konformitätsdruck in Gruppen durch.

Diese immer wieder bestätigten Resultate zeigen, dass z.B. in einer durch Zufallsauswahl zusammengesetzten Gruppe 95% der Probanden zwei offensichtlich unterschiedlich lange Linien realistisch wahrnehmen und einschätzen konnten.

Wenn die Gruppe so manipuliert wurde, dass nur ein echter Proband in einer Gruppe war und der Rest Schauspieler änderte sich das Ergebnis spektakulär, wenn die Schauspieler die unterschiedlichen Längen FALSCH bewerteten.
Unter diesem Gruppendruck waren nur noch 25% statt 95% in der Lage, die Realität realistisch zu bewerten.

Wer nun denkt, wahrscheinlich geht es um bewusste Prozesse, nach dem Motto „Ich falle lieber nicht auf und gebe deshalb die falsche Antwort“, wird durch aktuelle neurowissenschaftliche Experimente (z.B. Berns 2005) widerlegt. Sie zeigen, dass die Probanden überzeugt waren, sie seien durch eigenständige Wahrnehmung jetzt zu der richtigen Beurteilung der Realität gekommen:

„Most of Berns’s volunteers reported having gone along with the group because ‚they thought that they had arrived serendipitously at the same correct answer’. They were utterly blind, in other words, to how much their peers had influenced them.” (Cain 2013: 92)

Ist es nicht höchstwahrscheinlich, dass die Schreispirale in den Medien (Steiner 2012) einen ähnlichen Konformitätsdruck erzeugt und damit auch zu solchen a-rationalen, unbewussten Prozessen führt, die subjektiv als rationale Entscheidungen für bestimmte „realistische Perspektiven auf die Realität“ empfunden werden?

Wie könnten Demokratien rationaler gestaltet werden, wenn man diese wissenschaftlichen Ergebnisse, neurowissenschaftlich aktuell bestätigt, soziologisch und politisch endlich ernst nehmen würde?

Freitag, 27. Juni 2014

Die Logik des Misslingens

Dörner zeigt in seinem Buch, dass emotionales Engagement bei hochkomplexen Situationen (z.B. bei Entwicklungshilfeprojekten) zu Katastrophen führen kann, weil der Blick für wesentliche Faktoren, die die Zusammenhänge ausmachen, verloren geht und sich sozusagen aus emotional-ideologischen Gründen unbewusst mit Hilfe von Scheuklappen den Zugang zur Gesamtrealität verbaut.

Abstraktion und Rationalität stehen im Widerspruch zum emotional-ideologischen Anspruch. Das kalte, herzlose Denken kann im Sinne von Verantwortungsethik mehr für die Menschen tun als eine Wohlfühl-Gesinnungsethik, deren gutgemeinte Handlungsresultate die Situation im System verschlimmert.

Dies widerspricht nur scheinbar der Fähigkeit, INTUITIV hochkomplexe Situationen besser zu handhaben (Bauchentscheidungen/Gigerenzer). Der Unterschied besteht darin, ein möglichst ideologiefreies Bauchgefühl zu entwickeln, um solche Sitautionen realitätsgerecht zu erfassen. Dann gibt es natürlich bezüglich Rationalität und Abstraktionsvermögen auch erhebliche individuelle Unterschiede bei Menschen, die bei der Optimierung des Verhältnisses von Verstand und Intuition eien entscheidende Rolle spielen.

Philosophisch verweist diese Tatsache auf Husserls phänomenologische Reduktion. Aber mehr dazu in einem anderen Post.


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Die Logik des Mißlingens. Strategisches Denken in komplexen Situationen.

Interessantes aus einer Rezension zu Dörners wirklich empfehlenswertem Buch (Hinweis von Marcus Müller):

"Viele Menschen neigen offenbar dazu, ab einer gewissen Komplexitätsstufe der Aufgabe den rationalen Verstand auszuschalten, Wirklichkeitsanteile auszublenden und bei Fehlern
Zuflucht zu Zynismus, Verschwörungstheorien und Despotismus zu nehmen statt das eigene Denken zu hinterfragen.

Alles vertraut und menschlich und man mag daraus den Schluss ziehen, dass vieles von dem, was uns auf dieser Welt falsch und ungerecht erscheint, aus reiner Dummheit bzw. Denkfaulheit und nicht aus bösem Willem geschieht. Das Buch zeigt aber auch, dass Intelligenz ohne Klugheit sich rasch in elaborierten Aberglauben verwandeln kann...die Dialektik der Aufklärung lässt grüßen.