Soziologie-ein fliegender Holländer? https://soziologiedesunbewussten.blogspot.be/2015/12/blog-post

Soziologie- ein fliegender Holländer?

Mein Artikel aus "soziologie heute", Oktober 2015, s. Blog-Artikel vom 2.12.2015

Montag, 9. Januar 2017

Naiver Realismus- wie bitte?????

Intellektuelle Dekadenz!
"Wenn Sie also die Realität nicht so sehen, wie sie ist, oder noch schlimmer: wenn Sie sie sehen und sich ihr verschliessen, dann müssen Sie verrückt, dumm, tendenziös, faul oder verlogen sein."
Die Dramatik der sozialen Prozesse wird richtig beschrieben, aber dilettantisch, psychologistisch verkürzt, begriffen. Der Zusammenhang ihrer Entstehung wird nicht einmal erwähnt, geschweige denn analytisch-synthetisch erfasst.
Der "naive Realismus", von dem der Psychologe Lieberman hier wissenschaftlich redet, ist gerade KEIN Realismus, sondern ein subjektivistischer Konstruktivismus und Anti-Realismus und das Ergebnis der relativistisch entarteten Postmoderne, die seit Kant zunehmend die ideologische Struktur des Denkens determiniert.
Diese Entwicklung mit dem Begriff "Realismus" ohne Ironie und Anführungszeichen in Verbindung zu bringen und dieses richtig beschriebene Phänomen vom Zeitgeist der Postmoderne zu isolieren, ist eine Demonstration der Verwahrlosung des Denkens, die Nassim Taleb mit der Bezeichnung "Intellektuelle Idioten" gekennzeichnet hat.
Die psychologistische Behandlung sozialontologischer Sachverhalte (John Searle) ist auch das Resultat einer sozialkonstruktivistisch degenerierten und beschränkten Soziologie ("Die soziale Konstruktion der Wirklichkeit"), die den Schritt zur sozialrealistisch-wissenschaftlichen Soziologie ("Die Konstruktion der sozialen Wirklichkeit") emotional-ideologisch blockiert.

Wenn wir Realität «sehen», merken wir gar nicht, wie viel wir selbst zu den scheinbar objektiven Eindrücken beisteuern.
NZZ.CH|VON MATTHEW D. LIEBERMAN

Sonntag, 8. Januar 2017

Aktualisiertes Literaturverzeichnis

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Samstag, 7. Januar 2017

John Searle und die SozialONTOLOGIE!

Der Sozialphilosoph John Searle (Berkeley) deckt einen 300-jährigen Irrtum der Philosophie auf der Basis seiner naturalistisch-monistischen Konzeption von Geist und Natur auf.
Der menschliche Geist ist ein objektiver Teil der objektiven Natur, materialistisch-neurologisch und idealistisch (ein Gedanke ist objektiv wirklich).
Der fatale erkenntnistheoretische Fehlschluss bestand und besteht darin, die subjektive Wahrnehmung von dem objektiv Wahrgenommenen zu trennen. Es geht im Gegensatz zur bekannten erkenntnistheoretischen Tradition (Kant usw.) um eine epistemologisch-ontologische Einheit. Das Objekt im Sinne des gesunden Menschenverstandes bildet den Ausgangspunkt für die Erkenntnis der Wirklichkeit.
Die objektiv vor mir liegende Uhr, die ich wahrnehme, ist für die Erkenntnis der Uhr wichtiger als die Art und Weise, wie ich sie wahrnehme.
Es gibt keine subjektive Wahrnehmung ohne das objektive Objekt und kein menschlich kommunizierbares Objekt ohne subjektive Wahrnehmung, d.h. im Sinne menschlicher Erkenntnis gehören Ontologie und Epistemologie untrennbar zusammen, ähnlich wie bei der relationalen Konzeption von Subjekt und Objekt bei Vilem Flusser.
Der Mensch schafft soziale Institutionen (formal und ideal), die über Machtbeziehungen das Verhalten der Menschen im Sinne rationaler Reaktionen steuern. Dies ist eine emergente, ontologische Ebene der Natur (Sozialontologie), die nicht reduktionistisch aufgelöst werden kann.
Die Frage der rationalen Reaktion sehe ich soziologisch in meiner "Soziologie des Unbewussten" anders, ich betonen die a-rationale, unbewusste Basis menschlichen Verhaltens.
Aber ansonsten bestätigt der Sozialphilosoph Searle eine soziologisch-sozialrealistische Perspektive jenseits der sozialkonstruktivistischen, die ihren Kurzschluss erst 1oo Jahre mit sich herumschleppt und die Existenz sozialer Naturgesetze leugnet.
Mit seiner monistischen Konzeption des Geistes habe ich meine noch nicht behobenen Schwierigkeiten.
Mir scheint eine dritte Position jenseits von Descartes' Dualismus und seinem Monismus plausibler.
Was spricht dagegen, dass der menschliche Geist Teil eines umfassenderen naturwissenschaftlich konzipierbaren Geistes ist und "Seele" in diesem Sinne Teil des Körpers UND einer anderen noch nicht erforschten objektiven Wirklichkeit????

Gegen die Verabschiedung von Tatsachen, Wahrheit und Objektivität auf der Basis einer vermeintlichen Einsicht in die soziale Konstruktion der Wirklichkeit wa...
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Montag, 2. Januar 2017

Die Inkas und ihr Untergang!

JEDE Kultur und jede Ideologie wird irgendwann dekadent und wird von einer stärkeren Kultur und Macht abgelöst.
Das gilt auch für die westliche, liberalistisch-sozialistisch-konsensdemokratische Kultur der Aufklärung.

Drei Faktoren sind entscheidend:

1.) Die alte Kultur implodiert durch innere Spaltungen und Erosion der Machtstrukturen und der Ideologie, die wiederum zu Bürgerkriegen führen.
2.) Eine aggressive Kultur nutzt diese Schwäche zum kompromisslosen physischen und ideologisch-psychologischen  Angriff.
3.) Der Angreifer verfügt über die überlegenen physischen und ideologisch-psychologischen Waffen.


„Jedenfalls kam es bald zu einem Bürgerkrieg, obwohl beide Brüder ihrem Vater am Totenbett versprochen haben sollen, die Reichsteilung zu akzeptieren. Der durch den unerwarteten Tod des Herrschers und seines vorgesehenen Erben hervorgerufene Zwist und die damit verbundene Unsicherheit waren ein Faktor, der den Spaniern die Eroberung des Reiches wesentlich vereinfachte.“ (wikipedia)


„Atahualpa unterschätzte bei der Ankunft der Spanier die von ihnen ausgehende Gefahr. Am 14. November 1532 wurden sie von Atahualpa in Cajamarca, das weiträumig von ca. 40.000 Inkasoldaten gesichert war, freundlich zu Verhandlungen empfangen. Der Inka erschien mit etwa 8000 Bewaffneten zur Verhandlung und ließ, im Bewusstsein seiner riesigen Übermacht am Platz und ringsum, auf Wunsch von Pizarro die Waffen ablegen. Dies nutzten Pizarro sowie seine 159 Gefährten für einen Hinterhalt und nahmen Atahualpa gefangen, schlugen die unbewaffnete Armee der Inka vernichtend (Schlacht von Cajamarca) und metzelten neben dem indigenen Adel auch viele Generäle der Inka nieder. Die Inka waren mit europäischer Waffentechnik und Taktik nicht vertraut, was den spanischen Eroberern einen doppelten Vorteil bot. Den Feuerwaffen, Rüstungen und Blankwaffen aus Stahl sowie den laut Berichten drei Kanonen hatten sie mit ihrer früh-bronzezeitlichen Bewaffnung, Rüstungen aus Leder und Baumwolle, Bögen, Wurfspeeren, Lanzen, hölzernen maqana (beidseitig geschärften Schwertern aus Palmholz), sternbesetzten Streitkeulen, Äxten aus Kupfer und warak'a (Stein- und Pfeilschleudern an drei Schnüren) nichts Adäquates entgegenzusetzen.“ (wikipedia)