Soziologie-ein fliegender Holländer? https://soziologiedesunbewussten.blogspot.be/2015/12/blog-post

Soziologie- ein fliegender Holländer?

Mein Artikel aus "soziologie heute", Oktober 2015, s. Blog-Artikel vom 2.12.2015

Samstag, 10. Januar 2015

Die TRAUMATISIERTE Soziologie


oder 

DER HILFLOSE PROFESSOR (3)

Der hilflose Professor (2) ist bei mir in FB nachzulesen.

Hier noch ein „INTELLEKTUELL unergiebiger“ Text eines MENSA-Mitglieds, den Herr Prof. Etzemüller gnädigerweise NOCH freigeschaltet und NICHT kommentiert hat.

„Intellektuell“ war nie mit „intelligent“ identisch, aber seit der Bologna-Reform ist „intellektuell“ oft Lichtjahre von „intelligent“ entfernt. Die Intellektuellen sind zu einem emotional-ideologischen Zirkel degeneriert, in dem sich die “aufgeblasene Rhetorik“ (Markus Gabriel) wie ein Virus ausbreitet und das demokratisch aufgepeppte Mittelmaß und „der kleinste gemeinsame Nenner“ die Messlatte für die konstruktivistische „Wahrheit“ darstellen.

60% Studenten pro Jahrgang sind nun mal auch 30 mal mehr Intelligenz als 2% Hochbegabte, die zum Teil nicht an einer HOCHschule studieren, weil sie die Abwertung der Durchschnittsgehirne nicht ertragen und sich verletzt zurückziehen oder schlicht ihre Hochbegabung als Problem nicht erkennen.

Dass 60 = 30 x 2 ist, kann doch jeder nachrechnen, notfalls mit dem Taschenrechner, sagen die Intellektuellen!

Da liegt der Herr Professor doch voll im Trend der Zeit und die Professoren müssen, soziologisch gesehen, ja auch den 60% angepasst werden, was autopoietisch passiert.

Und überhaupt: Was ist schon „IQ“? Weiß doch heute JEDER, dass das ein willkürliches Konstrukt ohne jeglichen WIRKlichen, objektiven Hintergrund ist, einfach eine andere Wahrnehmung, ein beliebig auswechselbares Konstrukt!

Nur fleißig trainieren, „Einstein“ steckt in jedem von uns, Epiphänomen nennen das die Intellektuellen heute.

Es lebe das SOZIOtainment an den HOCHschulen! Erkenntnissuche war gestern.

Zum Text:

Herr Prof. Etzemüller schrieb u.a.:

„Es waren die Speers, Schachts oder die Generäle, die den Krieg verlängerten, weil sie ihr Handwerk verstanden und ohne Widerstand zu leisten ausübten, nicht die Ideologen aus dem Lager Rosenberg. Hätten die mal das Sagen gehabt. Dann wäre dass Reich nämlich schon 1935 wirtschaftlich restlos ruiniert gewesen, hätte nie den Krieg führen können etc. (vgl. z.B. Adam Tooze, Ökonomie der Zerstörung). Leider gab es immer noch zu viele rationale Experten im “3. Reich”.“

Kommentar Gerhard Schwartz:


„„Nett“ hätte ich FAST zu der emotional-ideologischen Harmonie gesagt, wenn ich IHRE disziplinarische Zurechtweisung vergessen hätte, Herr Professor!

Aber zum Thema!

Soziologisch im Sinne einer MÖGLICHEN wissenschaftlichen STRUKTUR-Soziologie ist die Erklärung der Entwicklung der Soziologie im Nationalsozialismus und im Dritten Reich relativ einfach (Reduktion von Komplexität).

Die Ideologie des NationalSOZIALISMUS und die praktischen, politischen Anfänge im Dritten Reich prägten das TYPISCHE Verhalten der Masse/Mehrheit der Soziologen und das der abweichenden Minderheit, die zum Teil Deutschland verließ.

So etwa würde die von mir angedeutete „Soziologie des Unbewussten“ und ein damit verbundener „methodologischer Strukturalismus“ anfangen.

Die Soziologen waren UNBEWUSST fasziniert von dem gesellschaftlichen Gemeinschafts-Quasi-Experiment, das der Nationalsozialismus 1933 versprach. Sie sahen endlich eine historische Gelegenheit, WISSENSCHAFTLICH vorwärts zu kommen und ähnlich zu arbeiten wie die Sozialpsychologen SPÄTER in ihren tatsächlichen Experimenten zu Gemeinschaft und Autorität (Asch/Milgram/Festinger usw.).

Es fand daraufhin das statt, was sozialpsychologisch sehr gut objektiv-wissenschaftlich erforscht ist.
Das Denken wurde emotional-ideologisch auf den kleinsten gemeinsamen Nenner reduziert und im Falle der dramatisch wirksamen Ideologie des Nationalsozialismus in den Anfängen 1933 gleichzeitig autoritär emotional-ideologisch fanatisiert.

Ein SOZIALES NaturGESETZ, das auch heute innerhalb der Konsens-Demokratie und auf der Basis der liberalistisch-individualistischen IDEOLOGIE wirksam ist, allerdings erheblich subtiler aufgrund der massenpsychologischen Manipulation der Medien und der Bilderflut, von der der Meister-Schüler Goebbels in seiner Anwendung von Le Bons Massenpsychologie, die man heute treffender MassenSOZIOLOGIE nennen müsste, sicher fasziniert wäre.

Das zu begreifen, ist natürlich emotional-ideologisch NACH 1945 und dem Holocaust UNMÖGLICH im Rahmen der „aufgeklärten“ liberalistisch-individualistischen IDEOLOGIE und des „methodologischen Individualismus“.

Andererseits war die Sympathie der marxistischen und sozialistischen Soziologen für die DDR in der 68-er Bewegung von der gleichen an der Gemeinschaft orientierten anti-liberalistischen und -kapitalistischen IDEOLOGIE geprägt, wurde aber ideologisch und soziologisch durch Luhmanns konservative Systemtheorie und die liberal-individualistische Ideologie überhaupt relativiert und kommt heute nach dem Zusammenbruch der DDR und des Marxismus (als ÖKONOMISCHE Ideologie) nur mehr als kommunitaristische Phantasie oder in rechten und/oder konservativen Gesellschaftsvorstellungen soziologisch, ideologisch und politisch vor.

Durch den Holocaust ist die junge Wissenschaft der Soziologie so traumatisiert und schockiert worden, dass sie in eine wissenschaftlich-theoretische Starre verfiel, die bis heute andauert.

Lediglich Luhmann hat mit seiner metatheoretischen Systemtheorie für Bewegung gesorgt, die allerdings soziologisch-WISSENSCHAFTLICH folgenlos geblieben ist, weil die kausal-wissenschaftlichen Implikationen seines funktionalistischen Ansatzes noch nicht formuliert und auf die Ebene einer soziologisch-wissenschaftlichen Theorie transferiert worden sind.
Sie dient lediglich als heuristischer Ideengeber für mehr oder weniger intelligente intellektualistische Gedankenspiele und systemische Experimente, die allerdings gesellschaftlich und soziologisch mit dem hohen Preis der fatalen Komplexitäts-IDEOLOGIE und der Verantwortungslosigkeit gegenüber STRUKTUREN und ihren Wirkungen bezahlt werden.


Wissenschaftstheoretisch und theoretisch war die Soziologie in der Weimarer Republik mit einer spannenden Dreiteilung konfrontiert, die immer noch auf einen überzeugenden nächsten Schritt in Richtung Integration und VERWISSENSCHAFTLICHUNG der damals pubertierenden Soziologie wartet.

Dirk Käsler beschreibt die drei Dimensionen, die am Ende der Weimarer Republik unverbunden miteinander konkurrierten, so:

1.) die naturwissenschaftliche Perspektive (Leopold v.Wiese -Beziehungslehre)
2.) die sozialwissenschaftliche Perspektive (Weber/Mannheim/“methodologischer
Individualismus“)
3.) die kulturwissenschaftliche Perspektive (Otmar Spann)

Die Kategorie des Unbewussten, die selbst für Systemtheoretiker wie Fuchs DIE Schwachstelle der Systemtheorie ist und für den „rational-choice-Ansatz“ und den „methodologischen Individualismus“ selbstredend den a-rationalen blinden Fleck darstellt, bietet eine hervorragende Möglichkeit der Integration.

Durch den a-rationalen Schock des Holocaust ist dieser Schritt innerhalb der traumatisierten n Soziologie emotional-ideologisch fast so unmöglich, wie wissenschaftlich notwendig.

Ihr zutreffender, emotional-ideologischer Hinweis (oder ist das eine Erkenntnis?) „Das zeigt, dass der tiefe Glaube an (wissenschaftliche) Objektivität politisch/moralisch geradezu verheerende
Effekte haben kann“ ist politisch bemerkenswert vor dem Hintergrund, dass Sie für rationale, objektivierbare Erkenntnisse bezahlt werden sollten.

Zweitens ist diese Gefahr mit dem menschlichen Denken/Fühlen und den Anwendungen seiner Produkte überhaupt im Wesentlichen (Entschuldigung, schon wieder vergessen, Herr Professor!) verbunden.

Fukushima, die Atombombe, der Salafismus, der Holocaust oder die Ausrottung der nordamerikanischen Indianer zeigen in dieser Hinsicht SOZIOLOGISCHE Parallelen.

Diese Probleme werden nicht durch mehr Irrationalismus, Relativismus und durch die aufgeblasene Rhetorik (Markus Gabriel) des Konstruktivismus gelöst, sondern in dem eine WISSENSCHAFTLICHE Soziologie die sozialen NaturGESETZE menschlicher Sozialität objektiv-wissenschaftlich auf der Basis einer überzeugenden Methodologie erforscht, um soziale Prozesse jenseits der offensichtlichen IRRATIONALEN Entwicklungen zu GESTALTEN.

Es geht also um MEHR Objektivität, um emotional-ideologische Pseudo-Objektivität zu vermeiden und den GLAUBEN an Objektivität durch die rationale Orientierung an Rationalität zu ersetzen.

Das emotional-ideologische, liberalistisch-individualistisch-interaktionistische „Wir-wünschen-uns-was“ mit entsprechender emotional-ideologischer Wohlfühl-Zone als Alternative führt mit Sicherheit in den praktisch-politischen Abgrund, der sich hinter der wissenschaftstheoretisch-theoretischen Sackgasse der Soziologie versteckt.“

Dienstag, 6. Januar 2015

Die SOZIOLOGIE des Bösen!

Die sozialen und gesellschaftlichen STRUKTUREN MACHEN böse!

Das Gehorsamkeits-Experiment Milgrams von 1974 und das Konformitätsexperiment von Asch (1951) wurde genau so oft WISSENSCHAFTLICH bestätigt wie emotional-ideologisch vom liberalistisch-sozialistischen Zeit-un-geist und seinen STRUKTURELL VERblödeten Intellektuellen ignoriert.

Eine Ausnahme ist der Soziologe Zygmunt Baumann, der 2014 für sein Lebenswerk von der DGS (Deutschen Gesellschaft für Soziologie) geehrt wurde, aber nichtsdestotrotz soziologisch theoretisch unberücksichtigt blieb und nur im Rahmen des SOZIOtainments gewürdigt wurde, bis zum heutigen Tag. Eine absurde Situation!

Schon 1992 bestätigte er als Einziger die soziologische Relevanz der Milgram-Experimente, der Zimbardo-Experimente (Stanford Prison), Hannah Arendts „Banalität des Bösen“ und der Werke Le Bons in seinem Buch „Dialektik der Ordnung. Die Moderne und der Holocaust“.

„Die Ursachen unmenschlicher Taten sind sozialer und nicht individuell-dispositioneller Natur. In einem sozialen Kontext, der moralische Maßstäbe entkräftet, und Unmenschlichkeit legitimiert, wird es auch Menschen geben, die grausam sind.“ (S. 180)

Zu Zimbardos „Gefängnis-Experiment“ sagt Zygmunt Baumann:

„Um mögliche Verzerrungen auszuschließen, gab es im Zimbardo-Experiment keine allgemein anerkannte Autorität wie die durch den Versuchsleiter repräsentierte „Wissenschaft“ bei Milgram. Die Versuchspersonen hatten keine Möglichkeit, die Last persönlicher Verantwortung auf eine externe Autorität zu übertragen. Die Versuchspersonen entwickelten ihre Autorität selbst. Zimbardo schuf lediglich die Voraussetzungen (STRUKTUREN, GAS) für den Versuch, in dem er ein bestimmtes Interaktionsmuster vorgab.“ (S. 181)

In einer Rezension wird Zimbardos Ergebnis so zusammengefasst:
"Jeder Mensch ist potenziell ein Gewalttäter und in jedem von uns steckt ein Teufel; aber nicht die Veranlagung bringt den Menschen dazu, Böses zu tun, sondern die Situation, in der er sich befindet oder in die er versetzt wird, lautet Zimbardos provozierende These.“
Der Luzifer-Effekt: Die Macht der Umstände und die Psychologie des Bösen
AMAZON.DE

Dienstag, 30. Dezember 2014

DER HILFLOSE PROFESSOR (1)


oder

Wenn die emotional-ideologische, universitäre Komfortzone auf WIRKlichkeit trifft!

Im Blog der DGS (Deutsche Gesellschaft für Soziologie), deren Mitglied ich bin, wurden Kommentare von mir nicht mehr veröffentlicht.

Meine Klärung dieses objektiven Sachverhalts hat bisher Folgendes ergeben (E-mails):

"Sehr geehrter Herr Prof. Etzemüller,
am 23. Dezember habe ich einen Kommentar abgeschickt, der bis heute am 29. Dezember NICHT freigeschaltet ist und auf die Freischaltung wartet.
Zur ERKLÄRUNG dieses objektiven Sachverhalts fallen mir nur psychologische oder emotional-ideologische Gründe ein, um es höflich zu formulieren.
Mir geht es darum, diese Tatsache festzuhalten und öffentlich zu dokumentieren.
Dafür haben Sie als WISSENSCHAFTLER sicher volles Verständnis!
Guten Rutsch!
HG
Gerhard A. Schwartz



Gesendet: Dienstag, 23. Dezember 2014 um 14:13 Uhr
Von: "GERHARD Schwartz" <g.schwartz@gmx.de>
An: "Thomas Etzemüller" <thomas.etzemueller@uni-oldenburg.de>
Betreff: Aw: Ihre Kommentare
Sehr geehrter Herr Prof. Etzemüller,
danke für die Klärung!
Als Mensa-Mitglied und Soziologe weiß ich es sehr zu schätzen, dass Sie meine "intellektuell unergiebigen" Beiträge trotzdem freischalten.
Dann werde ich den letzten Kommentar, der Ihrer Zensur zum Opfer gefallen ist, noch einmal absenden.
Vielen Dank und frohe Weihnachten!
HG
Gerhard A. Schwartz



Gesendet: Dienstag, 23. Dezember 2014 um 09:31 Uhr
Von: "Thomas Etzemüller" <thomas.etzemueller@uni-oldenburg.de>
An: "g.schwartz@gmx.de" <g.schwartz@gmx.de>
Cc: "sonja.schnitzler@kwi-nrw.de" <sonja.schnitzler@kwi-nrw.de>
Betreff: Ihre Kommentare
Sehr geehrter Herr Schwartz,
als Beitragender zum Blog bin ich verantwortlich für die ev. Sperrung von Kommentaren. Ihre Kommentare haben nicht mehr viel zur Sache beigetragen. Sie hatten reichlich Gelegenheit, Ihre Position darzulegen, insbes. Ihrer Geringschätzung der intellektuellen Qualitäten der Leser des Blogs sowie der Soziologen überhaupt. Ich werde Ihre künftigen Kommentare gegebenenfalls wieder freischalten - mit Ausnahme derjenigen, in die Sie ihre bisherigen Kommentare gesammelt einfach einkopieren -, allerdings nicht weiter darauf eingehen, da sie intellektuell unergiebig sind.
Thomas Etzemüller
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Prof. Dr. Thomas Etzemüller
Vertretungsprofessor für Neueste und Zeitgeschichte
LMU München
Historisches Seminar
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München
http://www.ngzg.geschichte.uni-muenchen.de/…/etz…/index.html
http://www.staff.uni-oldenburg.de/thomas.etzemueller/"



Es handelt sich um folgenden Kommentar, der immer noch auf die Freischaltung wartet, OBWOHL eine nette LOBHUDELEI am 28.12.14 freigeschaltet wurde:

Das „Treffen deutscher Soziologen“ in Jena im Januar 1934

Dem anregenden interdisziplinären Dialog zwischen Geschichtswissenschaftlern und Soziologen möchte ich als Soziologe zur Illustration meines Ansatzes ein wenig HISTORISCHES „Futter“ aus der GESCHICHTE der Soziologie beimengen.

Im Rahmen der Massen-Intellektualität und auch schon vorher hatte ich immer Schwierigkeiten, das für mich selbstverständliche Abstraktionsniveau bei der Erfassung von Komplexität bei meinen Gesprächspartnern voraus zu setzen. Damit habe ich sie meistens überschätzt und überfordert.

Deshalb bemühe ich mich manchmal, an konkreten Beispielen, die natürlich mehr Menschen zugänglich sind, zu demonstrieren, was ich meine.

Es handelte sich in Jena um das erste offizielle Soziologen-Treffen im Rahmen der nationalsozialistischen Ideologie, das von dem Nationalsozialisten und Pädagogen Ernst Krieck geleitet wurde.

Es wurden 6 Vorträge gehalten.

Einer davon, „Die praktischen Aufgaben der Soziologie in der Gegenwart“ wurde von Reinhard Höhn gehalten.

Er war einer der profiliertesten NS-Rechts- und Staatswissenschaftler des „Dritten Reichs“ der 1933 Mitglied der NSDAP und der SS wurde.
Nach 1945 wurde er bekannt durch das „Harzburger Modell“, das die Unternehmensführung lange Zeit in weitem Maße mit bestimmte.

„In dezidierter Abgrenzung zur einflussreichen Beziehungslehre Leopold von Wieses kritisierte Reinhard Höhn die >individualistische Soziologie<, die das Leben in Beziehungen von Einzelmenschen auflöse und die Gemeinschaft lediglich als Denkform, nicht aber als Realität erkenne. Das einzelne Individuum sei jedoch bedeutungslos und auf Gedeih und Verderb mit der Gesamtheit als Glied der Gemeinschaft verbunden. Zum Orientierungspunkt erklärte er deshalb >das echte Gemeinschaftsleben< des Auslandsdeutschtums oder der bäuerlichen Gemeinden: Hier hätten >Blut und Boden< noch eine Bedeutung.“ (Van Dyck/Schauer 2010/2015 : 74)

Zu betonen, dass JEDE Ideologie auch rationale Elemente enthält, ist ein banaler Hinweis.

Zu verkennen, dass die rationalen Möglichkeiten durch die jeweilige kulturell-ideologische STRUKTUR im Normalfall determiniert und begrenzt sind, ist nur im Rahmen eines relativistischen SOZIOtainments und einer konstruktivistischen IDEOLOGIE möglich, die ihre eigenen logischen und ontologischen Prämissen nicht wahrnehmen.

Eine Ergänzung zum Thema, das ich heute am 21.12.14 als Antwort auf einen Kommentar in FB geschrieben habe:
"Udo, Du argumentierst eher im Sinne von Prof. Etzemüller, ohne das offensichtlich zu bemerken!?

GRUNDSÄTZLICH benutzen die Kontrolleure des Kapitals und heutzutage vor allen Dingen der Medien die politischen Systeme LANGFRISTIG zu ihren Zwecken, das stimmt.

Das waren wahrscheinlich auch die Ziele der Kapitalgeber 1933.
Danach BENUTZTEN und kontrollierten Goebbels und Hitler mit Hilfe ihrer gewaltigen und gewalttätigen IDEOLOGIE diese Geldgeber bis 1945. Nicht Schacht, Krupp und Quandt bestimmten von 1933-1945 die Richtlinien ihrer Aktivitäten, sondern Hitler und die nationalsozialistische IDEOLOGIE.

Vor der SS hatte jeder Angst.

Die anfänglichen Pläne dieser Kapitalisten hat Hitler so einseitig für seine Eroberungspläne genutzt, dass die Kontrolleure der liberalistischen IDEOLOGIE und der dazugehörigen STRUKTUREN 1945 dem mit Gewalt ein Ende gesetzt haben, warum sonst!?

Im IS-Staat und bei Al-Qaida ist und war es nicht anders!

Es gibt und gab schon immer eine enge Verbindung zwischen faschistischen und islamistischen Strömungen, die sich gegen die imperialistisch-kapitalistische und die demokratisch-liberalistische IDEOLOGIE richten.

Gewalt ist letztlich, so lange sie erfolgreich ist, stärker als das Kapital.
Bill Gates kann sich viele Bodyguards und Sicherheitssysteme kaufen. Wenn ihn allerdings wirklich jemand töten will, hat er trotzdem ein gravierendes Problem.

Deswegen sind die wirklich intelligenten Kontrolleure der manipulierenden STRUKTUREN selbstverständlich NICHT bekannt."

Freitag, 26. Dezember 2014

Die SOZIOLOGIE der Beziehung


oder

Warum sind die meisten Morde Beziehungsmorde?

Kurze Vorab-Antwort: Weil die WIRKlichkeit der Beziehung "an sich" nicht realistisch begriffen wird!

Der von mir angedeutete „methodologische Strukturalismus“ basiert im Gegensatz zur intersubjektivistischen Soziologie (inklusive der Systemtheorie) auf einer objektiven, ontologischen Konzeption von sozialen STRUKTUREN. Sie steht im Gegensatz zu den üblichen konstruktivistischen Fassungen der sozialen Beziehung, die von der subjektiven Wahrnehmung bzw. der intersubjektiven Kommunikation ausgehen.

Dem konstruktivistischen Verstand ist die Vernunft abhanden gekommen, die notwendig ist, um die WIRKlichkeit realistisch zu begreifen!

Diese STRUKTUREN, die das TYPISCHE oder, verteilungstheoretisch ausgedrückt, das wahrscheinliche Verhalten in einem sozialen System determinieren, reichen von der kulturellen Ebene wie beschrieben bis zur Beziehungsebene und darüber hinaus bis zur Persönlichkeitsstruktur.

Es geht um eine ontologische Hierarchie, die unabhängig von der subjektiven Wahrnehmung existiert, oder anders formuliert, der subjektiven Wahrnehmung vorausgeht.

Am Beispiel der sozialen Beziehung zwischen zwei Menschen, die ich am Beispiel der Ehetherapie skizziert habe, wird deutlich, dass sich durch die Interaktion eine unbewusste WIRKlichkeit entwickelt, die unabhängig von der subjektiven Wahrnehmung UNBEWUSST entsteht, sich verselbständigt und die TYPISCHEN Verhaltensweisen innerhalb der Beziehung STRUKTURELL beWIRKT.

Meine wissenschaftstheoretische Position wird philosophisch mittlerweile durch den „NEUEN Realismus“ gestützt, der eine fundamentale Kritik am postmodernen Konstruktivismus, der auf Kant und seine erkenntnistheoretische Position zurückgeht, darstellt.

So formuliert Maurizio Ferraris das Verhältnis von Ontologie und Epistemologie, zum Beispiel bezogen auf den Aufforderungscharakter der realen, objektiven Umwelt, so:

„Daher hat alles - einschließlich der Wirtschaftsunternehmen, symbolistischen Gedichte und kategorischen Imperative - seinen Ursprung in der Aufforderung, die die UMWELT ausspricht. Eine Höhle spricht verschiedene Wesen an und fungiert als Zuflucht, eben weil sie ganz bestimmte Charakteristika hat und andere nicht.. Ökosysteme, staatliche Organisationen, ZWISCHENMENSCHLICHE BEZIEHUNGEN (Herv. GAS): in jeder dieser STRUKTUREN (Herv. GAS), die unendlich komplexer sind als eine Höhle, wiederholt sich die Struktur der Widerständigkeit und der Aufforderung. Ich definiere eine Umwelt als jeden Bereich, in dem solche Interaktionen stattfinden, von der ökologischen Nische bis zur SOZIALEN WELT (Herv. GAS), wobei selbstverständlich jeder Bereich seine eigenen Charakteristika hat. Im Umfeld 'ergibt sich' der Sinn, er steht uns nicht zur vollen Verfügung. Der Sinn ist ein Modus der Organisation, wodurch etwas irgendwie erscheint, aber in letzter Instanz eben nicht von den Subjekten abhängt.“

(Maurizio Ferraris „Was ist der Neue Realismus? Vom Postmodernismus zum Realismus“ in Markus Gabriel (Hg.), Der Neue Realismus, Suhrkamp Berlin 2014, S.66)

Im Gegensatz zu Luhmanns Systemtheorie ist die Basis des sozialen Systems „Beziehung“ NICHT die intersubjektivistisch angelegte Kommunikation, die bei ihm der Grundbaustein aller sozialen Systeme darstellt, sondern die objektivierbare WIRKlichkeit des unbewussten PRODUKTS der Kommunikation.
Die KAUSALE Wirkung (im Sinne eines statistischen Syllogismus) der BEZIEHUNG auf das Verhalten der Individuen im System eröffnet den Zugang zu einer WISSENSCHAFTLICH-soziologischen Erfassung von Sozialität jenseits der intellektualistisch-konstruktivistischen und funktionalistischen Metatheorie Luhmanns.

Der intellektualistische und selbstverliebte Take-Off Luhmanns und seiner Epigonen kann wieder in den Landeanflug auf die soziale WIRKlichkeit übergehen.

Die biologische Dimension des sozialen,  symbolisch gesteuerten Tiers „Mensch“, die die Systemtheorie betont, kann mit Hilfe der Kategorie des Unbewussten zu einem ganzheitlich-realistischen Fundament erweitert werden , das endlich die Anschlussmöglichkeit für eine kausal-wissenschaftliche Soziologie jenseits emotional-ideologischer Einseitigkeiten bietet.

Heuristisch bleibt die metatheoretische Systemtheorie selbstverständlich anregend. Sie kann an vielen Stellen genutzt werden, um wissenschaftlich-soziologische Theoriestücke und Hypothesen im Rahmen des „methodologischen Strukturalismus“ und der „Soziologie des Unbewussten“ zu formulieren.

Sonntag, 21. Dezember 2014

DIE RATIONALITÄT DES NATIONALSOZIALISMUS

ZENSUR wegen der Verletzung einer emotional-ideologische Komfortzone?????


Der folgende Kommentar wurde NICHT zur Freischaltung im Blog der DGS (Deutschen Gesellschaft für Soziologie), deren ordentliches Mitglied ich bin, freigegeben.

Ich bin noch dabei abzuklären, wer dafür die Verantwortung übernimmt und was das für zukünftige Kommentare von mir bedeutet.

Möglicherweise habe ich die emotional-Ideologische Komfortzone des Bloggers oder der DGS verletzt und sie reagieren mit dem Instrument der „Macht“ und mit Zensur, den zentralen Steuerungsinstrumenten medialer sozialer Prozesse.

Herr Prof. Etzemüller schrieb u.a.:

„Es waren die Speers, Schachts oder die Generäle, die den Krieg verlängerten, weil sie ihr Handwerk verstanden und ohne Widerstand zu leisten ausübten, nicht die Ideologen aus dem Lager Rosenberg. Hätten die mal das Sagen gehabt. Dann wäre dass Reich nämlich schon 1935 wirtschaftlich restlos ruiniert gewesen, hätte nie den Krieg führen können etc. (vgl. z.B. Adam Tooze, Ökonomie der Zerstörung). Leider gab es immer noch zu viele rationale Experten im “3. Reich”.“

Kommentar Gerhard Schwartz:

Das „Treffen deutscher Soziologen“ in Jena im Januar 1934

Dem anregenden interdisziplinären Dialog zwischen Geschichtswissenschaftlern und Soziologen möchte ich als Soziologe zur Illustration meines Ansatzes ein wenig HISTORISCHES „Futter“ aus der GESCHICHTE der Soziologie beimengen.

Im Rahmen der Massen-Intellektualität und auch schon vorher hatte ich immer Schwierigkeiten, das für mich selbstverständliche Abstraktionsniveau bei der Erfassung von Komplexität bei meinen Gesprächspartnern voraus zu setzen. Damit habe ich sie meistens überschätzt und überfordert.

Deshalb bemühe ich mich manchmal, an konkreten Beispielen, die natürlich mehr Menschen zugänglich sind, zu demonstrieren, was ich meine.

Es handelte sich in Jena um das erste offizielle Soziologen-Treffen im Rahmen der nationalsozialistischen Ideologie, das von dem Nationalsozialisten und Pädagogen Ernst Krieck geleitet wurde.

Es wurden 6 Vorträge gehalten.

Einer davon, „Die praktischen Aufgaben der Soziologie in der Gegenwart“ wurde von Reinhard Höhn gehalten.

Er war einer der profiliertesten NS-Rechts- und Staatswissenschaftler des „Dritten Reichs“, der 1933 Mitglied der NSDAP und der SS wurde.

Nach 1945 wurde er bekannt durch das „Harzburger Modell“, das die Unternehmensführung lange Zeit in weitem Maße mit bestimmte.

„In dezidierter Abgrenzung zur einflussreichen Beziehungslehre Leopold von Wieses kritisierte Reinhard Höhn die >individualistische Soziologie<, die das Leben in Beziehungen von Einzelmenschen auflöse und die Gemeinschaft lediglich als Denkform, nicht aber als Realität erkenne. Das einzelne Individuum sei jedoch bedeutungslos und auf Gedeih und Verderb mit der Gesamtheit als Glied der Gemeinschaft verbunden. Zum Orientierungspunkt erklärte er deshalb >das echte Gemeinschaftsleben< des Auslandsdeutschtums oder der bäuerlichen Gemeinden: Hier hätten >Blut und Boden< noch eine Bedeutung.“ (Van Dyck/Schauer 2015 : 74)

Zu betonen, dass JEDE Ideologie auch rationale Elemente enthält und bei ihrer Realisierung impliziert, ist ein banaler Hinweis.

Zu verkennen, dass die rationalen Möglichkeiten durch die jeweilige kulturell-ideologische STRUKTUR im Normalfall determiniert und begrenzt sind, ist nur im Rahmen eines relativistischen SOZIOtainments und einer konstruktivistischen IDEOLOGIE möglich, die ihre eigenen logischen und ontologischen Prämissen nicht wahrnehmen.


Eine Ergänzung zum Thema, das ich heute am 21.12.14 als Antwort auf einen Kommentar in FB geschrieben habe:

"Udo, Du argumentierst eher im Sinne von Prof. Etzemüller, ohne das offensichtlich zu bemerken!? 

GRUNDSÄTZLICH benutzen die Kontrolleure des Kapitals und heutzutage vor allen Dingen der Medien die politischen Systeme LANGFRISTIG zu ihren Zwecken, das stimmt. 

Das waren wahrscheinlich auch die Ziele der Kapitalgeber 1933. 

Danach BENUTZTEN und kontrollierten Goebbels und Hitler mit Hilfe ihrer gewaltigen und gewalttätigen IDEOLOGIE diese Geldgeber bis 1945. Nicht Schacht, Krupp und Quandt bestimmten von 1933-1945 die Richtlinien ihrer Aktivitäten, sondern Hitler und die nationalsozialistische IDEOLOGIE. 

Vor der SS hatte jeder Angst. 

Die anfänglichen Pläne dieser Kapitalisten hat Hitler so einseitig für seine Eroberungspläne genutzt, dass die Kontrolleure der liberalistischen IDEOLOGIE und der dazugehörigen STRUKTUREN 1945 dem mit Gewalt ein Ende gesetzt haben, warum sonst!? 

Im IS-Staat und bei Al-Qaida ist und war es nicht anders! 

Es gibt und gab schon immer eine enge Verbindung zwischen faschistischen und islamistischen Strömungen, die sich gegen die imperialistisch-kapitalistische und die die demokratisch-liberalistische IDEOLOGIE richten. 

Gewalt ist letztlich, so lange sie erfolgreich ist, stärker als das Kapital. 

Bill Gates kann sich viele Bodyguards und Sicherheitssysteme kaufen. Wenn ihn allerdings wirklich jemand töten will, hat er trotzdem ein gravierendes Problem. 

Deswegen sind die wirklich intelligenten Kontrolleure der manipulierenden STRUKTUREN selbstverständlich NICHT bekannt."

Mittwoch, 17. Dezember 2014

VERSCHWÖRUNGSTHEORIE???


Soziologisch sehr plausibel, oder!
Dieses Modell würde einer WISSENSCHAFTLICHEN Soziologie, die nicht existiert, als Modell zur Vorlage für Theorie und Hypothesen gut zu Gesicht stehen.
STRUKTUR und MACHT sind die Basis-Kategorien des von mir angedeuteten "methodologischen Strukturalismus" und meiner "Soziologie des Unbewussten".
Die Alternative zu diesem Modell sind systemtheoretische und individuell-liberalistische Relativismen mit dem Bezug auf Chaos und Zufall!
Wer profitiert von einer solchen Komplexitäts-IDEOLOGIE, die die Soziologie zur Zeit perfekt bedient??

Wir sind nur die Marionetten.Wenn die Rothschild Dynastie genug Geld hat, wird die Erde aufgekauft und dann sind die Menschen richtig am Arsch.Die nächsten Generationen werden es immer schwieriger haben.
Peter Jankowski
Wir sind nur die Marionetten.
Wenn die Rothschild Dynastie genug Geld hat, wird die Erde aufgekauft und dann sind die Menschen richtig am Arsch.
Die nächsten Generationen werden es immer schwieriger haben

Sonntag, 14. Dezember 2014

Wissenschaft ohne Erkenntnis??


Meine Antwort auf einen Kommentar von Prof.Dr. Thomas Etzemüller auf meinen kritischen Kommentar im Blog der DGS (Deutsche Gesellschaft für Soziologie):

 Prof. Etzemüller: "Gibt es je einen "Stand der Erkenntnis"?"



Gerhard Schwartz:
"Deutlicher kann man das Problem der konstruktivistischen Verirrung kaum fassen. Bezweifeln Sie, dass es überhaupt in der Wissenschaft um Erkenntnis geht oder bezweifeln Sie, dass es einen sich verändernden, weiter entwickelnden STAND der Erkenntnis geben kann??? Beide Zweifel führen ein rational-logisches Gespräch ad absurdum. Worüber sollen wir denn sonst wissenschaftlich sprechen??

„Des Kaisers neue Kleider“ ist zum allumfassenden Märchen der Soziologie geworden.

Der Konstruktivismus, der den Zeit-un-geist beherrscht, wird vom neuen ontologischen Realismus als lediglich „aufgeblasene Rhetorik“ (Markus Gabriel) entlarvt, weil er implizit eine objektive Realität voraussetzen MUSS, um sich nicht in Beliebigkeit und Meinungs-Fetischismus jenseits jeder kommunizierbaren Erkenntnismöglichkeit aufzulösen.

Dass ich das Thema „systematische Theorie“ gerade mit einem Historiker diskutieren darf und das mit ihm dabei eher auf den Punkt bringe als mit einem Soziologen, zeigt die Hilflosigkeit und den Absturz der Soziologie, die ihre Hilflosigkeit wahnhaft, um im psychologisierenden Jargon der aktuellen Soziologie zu bleiben, in die Gesellschaft projiziert und sich zur „Verunsicherungs-Wissenschaft“, als Qualitätssymbol verstanden, hochstilisiert, obwohl ihre wissenschaftliche Impotenz und die Komplexitäts-Ideologie, die die Popularisierung und Demokratisierung der komplexitätsverliebten, intellektualistischen Systemtheorie bewirkt hat, eine Hauptursache für die Orientierungs- und Verantwortungslosigkeit in der Gesellschaft ist.

Es wird langsam Zeit, dass sie ihren Auftrag, soziale Realität und soziale Prozesse zu ERKLÄREN, Ernst nimmt. Das ist ihre einzige Steuer finanzierte Daseinsberechtigung, nicht die Produktion von intelligenten Ideologie konformen Texten ihrer Beamten innerhalb einer wohltemperierten emotional-ideologische Komfortzone ohne Haftung, mit angenehmem Ambiente und attraktiven Untergebenen.

Ein anderes Indiz für die Hilflosigkeit der Soziologie ist die aktuelle Flut an Büchern zur „soziologischen Theorie“, die gerade demonstriert, dass es keine „soziologische Theorie“ im Sinne von systematischer Wissenschaft gibt.

Die Soziologie benimmt sich wie ein Blatt Papier auf dem Ozean, das sich einbildet, ein seetüchtiges Schiff zu sein, das auf dem Ozean der sozialen Realität weiß, welcher Kurs anliegt. Als Kapitän weiß ich, wovon ich rede.

Der viel beschworene populäre Methoden-Pluralismus ist zu einer relativistischen Ideologie entartet, die ihre zufällig erzielten Resultate als systematisch erzielte Glanzleistungen verkauft, ohne mit zu bekommen, das sie nicht weiß, warum ihre Erkenntnisse Erkenntnisse und nicht bloße Meinungen sind.

Diese Tatsache erklärt auch die offensichtliche Distanz zwischen erfolgreich arbeitenden Soziologen in der Praxis und der Universitäts-Soziologie.

Persönlichkeiten, die sich im Dschungel der Hilflosigkeit konstruktiv Orientierung verschafft haben, sind als Persönlichkeiten erfolgreich, nicht als Soziologen. Früher nannte man das bei den Soziologen „aktive Professionalisierung“. Nichts Neues.
Ich bekam eine hoch dotierte Ausbildung bei Merrill Lynch und an der Wallstreet 1983 in Konkurrenz zu Juristen und Wirtschaftswissenschaftlern, OBWOHL ich Soziologe war.
Die heutigen Soziologen haben noch den Vorteil, dass sich die Konkurrenz-Disziplinen im Zuge von Bologna, dem demokratischen Massen-Studium usw. dem Niveau der Soziologie angenähert haben.

Erkenntnistheorie, Ontologie und Wissenschaftstheorie kann man zwar explizit im Rahmen der Demokratisierung des Denkens vermeiden, implizit bestimmen sie allerdings immer den Stellenwert von Erkenntnis.

Die SYSTEMISCHE Praxis hat gesellschaftlich Erfolg, weil ihr „Versuch und Irrtum“ der demokratische Ersatz für wissenschaftliche Theorie und systematisches Denken ist. Obwohl sie sich gerne anders darstellt, hat sie mit der komplexitätsverliebten, intellektualistischen Systemtheorie meistens kaum etwas zu tun. Sie ersetzt Erkennen durch Probieren.
Immerhin ergänzt sie die experimentelle Dimension auf der Interaktions- und Organisationsebene.
Auf der gesellschaftlichen Ebene ist das allerdings offensichtlich kein Ersatz für eine wissenschaftliche Theorie und ihre empirische Überprüfung."