Soziologie-ein fliegender Holländer? https://soziologiedesunbewussten.blogspot.be/2015/12/blog-post

Soziologie- ein fliegender Holländer?

Mein Artikel aus "soziologie heute", Oktober 2015, s. Blog-Artikel vom 2.12.2015

Mittwoch, 15. Juli 2020

Meine FB-Gruppe "Realistisch-wissenschaftliche Soziologie"

Die Struktur meines Ansatzes in Form von Lektionen von "Ontologie" bis "Empirie"!

Ein systematischer Überblick über meine Posts an Hand des Stichwortverzeichnisses!

Sonntag, 5. Juli 2020

Freud und die Masse!

Das Ende einer Illusion!

Freud bezieht sich zwar auf Le Bon (Psychologie der Massen) und betont ebenso wie er die Regression des individuellen Denkens/Fühlens/Verhaltens in der Masse, aber bleibt in einer naiven Aufklärungsperspektive hängen und widerspricht sich damit zum Teil selbst.

Er vergleicht das Phänomen der Masse mit dem Phänomen der Religion:
"...in der Entwicklung der Menschheit sei die Religion einer Kindheitsneurose vergleichbar, die - so prognostiziert er vernunftgläubig - zugunsten rationaler Wissenschaft eines Tages »mit der schicksalsmäßigen Unerbittlichkeit eines Wachstumsvorganges« überwunden werde." (vgl. Amazon)

C.G. Jung kam dem Phänomen des kollektiven Unbewussten, das sich auch in Massenphänomen zeigt, wissenschaftlich wesentlich näher.

Heute kann man realistisch-wissenschaftlich das Phänomen als soziales Naturgesetz erkennen, das sich wie folgt formulieren lässt:
Instinkte bilden die genotypische Grundlage für die Manipulation des Unbewussten durch archetypische Bilder, Affekte und Symbole!

Erklären und Verstehen!

Die Geistes"wissenschaften" sind am Ende!

Sie ignorieren soziale Naturgesetze und begreifen soziale Prozesse nicht realistisch-wissenschaftlich!
Gerhard Schwartz
Für Soziologen und Interessierte!
Verstehen und Erklären!
Eine mehr als 100-jährige Kontroverse, die zur fatalen sozialkonstruktivistischen Reduktion der akademischen Soziologie geführt und den wissenschaftlichen Fortschritt blockiert hat.

Samstag, 4. Juli 2020

Umberto Eco und die WIRKlichkeit!

oder

Wie die Weltbilder der objektiven Realität näher kommen!


Der ontologische Realismus und der konstruktivistische Zeit-un-geist!

Die Grenzen des absurden, relativistischen Konstruktivismus und die Differenz zu einem relativierenden REALISMUS hat Umberto Eco wunderbar am Beispiel der Weltbilder erklärt:

„Im Folgenden seien zwei Beispiele genannt: Jenes der Widerlegung des ptolemäischen Weltbildes und jenes der Existenz der 'Terra australis incognita' als einer riesigen und äußerst fruchtbaren Kuppel, die die südliche Hemisphäre des Planeten eingenommen habe. Als diese heute zurückgewiesenen Hypothesen verbindlich Geltung beanspruchten, war es durchaus möglich, mit ihrer Hilfe die damals bekannte Welt auf sinnvolle Weise zu erklären. So war das ptolemäische Weltbild über Jahrhunderte dazu imstande, unzählige Phänomene zu begründen. ….. Dann aber stellte man fest, dass das kopernikanische Weltbild (mit all den Verbesserungen bis hin zu Kepler) die Himmelsbewegungen besser erklärte und dass eine kuppelförmige 'Terra australis' nicht existierte. Man kann sich nun ausmalen, dass eines Tages ein Weltbild in Kraft tritt-auch wenn das heliozentrische Weltbild bis zum heutigen Tage auf mehr Fragen antwortet und es mehr Vorhersagen erlaubt, als es das geozentrische jemals gestattete-, das noch mehr erklären und das auch das heliozentrische Weltbild in eine Krise zustürzen vermag. Doch für den Moment bleibt einem nichts anderes übrig, als auf das keplersche System zu wetten, also so zu tun, 'als ob' es wahrwäre. Dem geozentrischen Weltbild muss hingegen eine Absage erteilt werden.“

(Umberto Eco, Gesten der Zurückweisung.Über den Neuen Realismus. In Markus Gabriel (Hg.) , Der Neue Realismus, Suhrkamp, Berlin 2014, S.47/48)

Besser kann man die realistische Position eines relativierungsfähigen REALISMUS jenseits relativistischer A-Rationalität und Beliebigkeit nicht beschreiben.

Angedeutet wird auch die Notwendigkeit, ontologisch UND logisch in HIERARCHIEN zu denken, um sich der Realität vernünftig und rational anzunähern.

In einer Gesellschaft,die Differenzen und Hierarchien emotional-ideologisch weg“denkt“ und kaschiert, wird aus dieser objektiven Notwendigkeit eine sehr unwahrscheinliche Möglichkeit.


Mittwoch, 1. Juli 2020

Canetti - Mythos, Masse, Macht!

Die mythische Dimension menschlichen Verhaltens!

Ein instinktiver Anteil des Unbewussten wird in der Masse und in der Gruppe (Reduktion des individuellen Denkens) sichtbar.

"Der Verlust jeder Individualität werde dabei als befreiender Akt betrachtet, da der Einzelne nicht mehr alleine der chaotischen Welt gegenüber stehe. Jetzt, da sich alle gleich fühlten, sei die Furcht vor dem Fremden innerhalb der Masse zwar aufgehoben, doch das Andersartige der Welt da draußen werde der Masse umso deutlicher bewusst. Das Andersartige gefährde das „Überleben“ der Masse, da es Alternativen zu dem Zustand der Gleichheit aufzeige. Und so sei die auffälligste Eigenschaft einer Masse die „Zerstörungssucht“. Um ihr eigenes Überleben zu sichern, wolle sie das Andere vernichten."

"Die von Le Bon und Freud dargestellte Regression des Verstandes auf das Niveau von Wilden (Le Bon) ist für Canetti kein Argument gegen die Masse, sondern ein Erkenntnismittel, mit welchem er sich anhand einzelner Mythen von Naturvölkern einen weiteren Zugang zur Masse eröffnete. Der Eintritt in eine Masse befreit den Einzelnen von seinen Ich-Grenzen und führt zu einem Zustand, den Canetti als anthropologischen Trieb versteht." (vgl. wikipedia)
AMAZON.DE
Masse und Macht (Elias Canetti, Werke (Taschenbuchausgabe))

Dienstag, 30. Juni 2020

C.G. Jung und der Nationalsozialismus!


C.G. Jung hat sich bekanntlich mit dem kollektiven Unbewussten beschäftigt und den archetypischen, von Mythen und Symbolen gesteuerten Grundlagen menschlichen Verhaltens.

Wenn wissenschaftliche Aussagen Prognosefähigkeit implizieren sollen, ist das folgende Zitat Jungs aus dem Jahre 1936 außerordentlich bemerkenswert:

„Ja es gibt nichts Böses, dem Menschen unter der Herrschaft eines Archetypus nicht anheimfallen können. Wenn vor dreißig Jahren jemand vorauszusagen gewagt hätte, daß die psychologische Entwicklung in Richtung eines Wiedererwachens mittelalterlicher Judenverfolgung gehen, daß Europa erneut vor den römischen Liktorenbündeln und unter dem Marschtritt der Legionen erzittern würde, daß man den römischen Gruß wiedereinführen könnte wie vor zweitausend Jahren, und daß statt des christlichen Kreuzes eine archaische Swastika Millionen von Kriegern zu Todesbereitschaft anködern würde – man hätte diesen Mann als einen mystischen Narren verschrien.“ (Jung 2001: 50)

Eine wunderbare Ergänzung zur „Banalität des Bösen“ von Hannah Arendt, wenn es um die soziologisch-theoretische Erfassung des Nationalsozialismus geht.

Also Vorsicht, Aufklärung kann zur Ideologie verkommen, wenn sie die eigene Wirklichkeit nicht selbstreflexiv relativiert.

Welcher Intellektuelle hat den Nationalsozialismus und damit die aktuelle Realität und seine Dramatik 1936 ähnlich realistisch öffentlich begriffen und die tatsächliche Entwicklung prognostiziert??

Wie realistisch war die Einschätzung der Rationalisten und Aufklärungs-Ideologen damals?