Soziologie-ein fliegender Holländer? https://soziologiedesunbewussten.blogspot.be/2015/12/blog-post

Soziologie- ein fliegender Holländer?

Mein Artikel aus "soziologie heute", Oktober 2015, s. Blog-Artikel vom 2.12.2015

Dienstag, 17. September 2019

Kausale Inferenz!

Von der subjektiven Meinung zur objektiven Erkenntnis!

Die Einheit von Theorie und Empirie, von Theorie und Praxis!
Vom Konstruktivismus zum Realismus!
Das Konzept der „kausalen Inferenz“!

Jenseits des absurden Meinungsfetischismus der relativistisch-konstruktivistischen Postmoderne und der Pluralismus- und Komplexitätsideologie der aktuellen, akademischen Soziologie demonstriert Pearl in seinem Buch eindrucksvoll den Weg zu wissenschaftlichen Erklärungen eines Phänomens.

Entgegen dem populären Daten-/Faktengeschwätz sind Modelle/Theorien der wesentliche Ausgangspunkt, um von statistischen Korrelationen zu statistisch begründeten Kausalitäten zu gelangen, die erklären, „warum“ ein Phänomen sich so gestaltet oder entwickelt, wie es das tatsächlich tut.

Wie der geniale Kurt Gödel (Unvollständigkeitstheoreme), den er leider NICHT erwähnt, bestätigt er mit seinem Konzept der „kausalen Inferenz“, dass die objektive Wahrheit immer von nicht beweisbaren Axiomen/Prämissen/Annahmen abhängt. 
Auf dieser Kohärenz basierend führen Algorithmen und ihre logische Konsistenz zu objektiven Erklärungen:

„On the positive side, causal inference is objektive in one critically important sense: once two people agree on their assumptions, it provides a 100 percent objektive way of interpreting any new evidence (or data). It shares this property with Bayesian inference. 
(Pearl & Mackenzie 2019: 91)

Letztlich ist die Annäherung an objektive Wahrheiten und Realitäten nicht möglich ohne elitäre, subjektive, nach Möglichkeit intersubjektive Esoterik im Sinne Platos als Ausgangsbasis:
„Where causation is concerned, a grain of WISE subjectivity tells us more about the REAL world than any amount of objectivity (Herv. G.A.S.) (Pearl & Mackenzie 2019: 89)

Die Empirie, die Beobachtung des Phänomens dient nur der Bestätigung oder Widerlegung des Modells, der Theorie (und muss dabei wiederholbar sein):
„For Wright (dem sich Pearl anschließt, G.A.S) drawing a path diagram is not a statistical exercise; it is an exercise in genetics, economics, psychology, or the scientist’s own field of expertise is.“ ( Pearl & Mackenzie 2019: 89)

Die Qualität der Theorie, des Modells bestimmt die Qualität der Quantität! 
Notwendige quantitative Forschung (s. Abspaltung der „Akademie für Soziologie“) ist nur wissenschaftlich-erklärend erfolgversprechend auf der Basis einer qualitativ hochwertigen Theorie, die man in der zeitgenössischen Soziologie vergeblich sucht!

Passend hierzu David Deutsch zum Wesen wissenschaftlicher Erklärungen:

„For most of the history of our species, we had almost no success in creating such knowledge. Where does it come from? Empiricism said that we derive it from sensory experience. This is false. The real source of our theories is conjecture, and the real source of our knowledge is conjecture alternating with criticism. We create theories by rearranging, combining, altering and adding to existent ideas with the intention of improving upon them. The role of experiment and observation is to chose between existing theories, not to be source of new ones. We interpret experiences through explanatory theories, but true explanations are not obvious. Fallabilism entails not looking to authorities but instead acknowledging that we may always be mistaken, and trying to correct errors. We do so by seeking good explanations- explanations that are hard to vary in the sense that changing the details would ruin the explanation. This, not experimental testing, was the decisive factor in the scientific revolution, and also in the unique, rapid, sustained progress in other fields that have participated in the Enlightenment.“ (Deutsch 2011: 32)


AMAZON.DE
The New Science of Cause and EffectGebundenes BuchOffers an exploration of causal thinking and why it is a gift to scientific research in spite of the fact that, until recently, it has been considered taboo for scientists, as well as its potential implications in the field of artificial intellige...

Sonntag, 15. September 2019

Die Geisteskrankheit des Konstruktivismus!


Der Konstruktivismus ist eine Geisteskrankheit von Intellektuellen, 
denen der realistische, intuitive Zugang zum Ganzen fehlt!
Der menschliche Geist ist infiziert!

Erst spät habe ich als langjähriges Mensa-Mitglied (seit 1985) mit Verwunderung festgestellt, dass viele IQ-Hochbegabte bei nichtlinearer Komplexität vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen! 

Sie können dann ein Thema nicht im Rahmen der historischen und systematischen Möglichkeiten zu Ende denken und Wesentliches von Unwesentlichem unterscheiden bzw. gelangen nicht von der Analyse zu einer realistischen Synthese.

Die Differenz von eindimensionalem Relativismus und ontologisch-hierarchischer Relativierung wird nicht begriffen.

Ihnen fehlt oft das für die ganzheitliche Erfassung der Komplexität notwendige Abstraktionsvermögen.

Der durch Kant angestoßene anthropozentrische Größenwahn des Menschen, erreicht im kindischen, postmodernen Relativismus/Konstruktivismus seinen derzeitigen Höhepunkt. 

Ernst von Glasersfeld z.B., der Konstruktivist ist, hält Kant für einen Vorläufer des Konstruktivismus. Siehe dessen "Konstruktivistische Gedanken bei Kant" (Manuskript, S. 1 von 3): "Was mich stets interessierte, war aufzuzeigen, dass Kant immmer wieder Gedanken formulierte, die ganz in die konstruktivistische Denkweise passen." Als Beleg zitiert von Glasersfeld eine Passage aus Kants "Streit der philosophischen Fakultät mit der theologischen": "Dieser Verstand aber ist ein gänzlich actives Vermögen des Menschen; alle seine Vorstellungen und Begriffe sind bloss seine Geschöpfe, der Mensch denkt mit seinem Verstand ursprünglich, und er schafft sich also seine Welt." 

Die Welt von Pippi Langstrumpf und der Villa Kunterbunt könnte nicht besser beschrieben werden.

Kein Realist leugnet, dass es verschiedene Perspektiven bei der Annäherung an objektive Realitäten und Wahrheiten gibt. 
Ob das Glas Wasser als halb voll oder halb leer SUBJEKTIV wahrgenommen wird, ändert aber NICHTS an der Tatsache, dass eine bestimmte Menge Wasser OBJEKTIV messbar im Glas vorhanden ist.

Ein Konstruktivist verwechselt die phänomenologische Ebene des „wie nehme ich wahr“ (Epistemologie) mit der realistischen Ebene des „was nehme ich wahr“ (Ontologie).

Der dominierende Sozialkonstruktivismus in der zeitgenössischen akademischen Soziologie entpuppt sich damit als Sackgasse für die Soziologie als WISSENSCHAFT: http://bds-soz.de/wp-content/uploads/2016/06/SOZIOLOGIEHEUTE_FEBERausgabe2017_Schwartz.pdf.

Ein prägnantes Beispiel ist Niklas Luhmann, bei dem persönlich ich damals aus Überzeugung studiert habe und der mittlerweile zum Kult für bodenlose, narzisstische Intellektualisten geworden ist.

Sein ÄQUIVALENZfunktionalismus ist ein wunderbares Beispiel für die unabweisbare Tatsache, dass der Konstruktivismus ein infantiles, antirealistisches, geisteskrankes Glücksspiel (natürlich auf höchstem Niveau) ist, in dem 6 Richtige im Lotto so wahrscheinlich erscheinen wie 3 Richtige!

Eine KomplexitätsIDEOLOGIE ist das Ergebnis seiner Wirkung (http://bds-soz.de/?p=1060).

Der intellektualistische Konstruktivismus-Kaiser ist WISSENSCHAFTLICH nackt und die Intellektuellen bewundern seine Kleider!

Diese Erfahrung deckt sich mit den philosophischen Spekulationen des genialen Logikers Kurt Gödel (Unvollständigkeitstheoreme), der die unaufhebbare Differenz zwischen Wahrheit und Beweis logisch-mathematisch bewiesen hat. 

Er spricht im Rahmen seiner rationalen Metaphysik beim Zugang zur Wahrheit von der rationalen Intuition auf der Basis von Erfahrung UND Abstraktionsvermögen als unabdingbare Voraussetzung für die realistische Entdeckung objektiver Wahrheiten und Realitäten.


Samstag, 7. September 2019

Fragmentierung und Ideologisierung der Soziologie

Die konstruktivistische Soziologie der Postmoderne ist so wissenschaftlich wie die Alchemie des Mittelalters. 

„Fragmentierung!

Biskamp: „Die erste ist die Tendenz zur politischen Fragmentierung, die dazu führt, dass immer mehr Parteien in die Parlamente einziehen und die größten Parteien immer kleiner werden.“

Die politische Fragmentierung ist auch ein Resultat der Fragmentierung des Denkens! 
In der Soziologie zeigt es sich in der bereits erwähnten fatalen, antiwissenschaftlichen Pluralismus- und Komplexitätsideologie. Diese Folge der konstruktivistischen Reduktion auf Subjektivität, Interaktionen und Lebenswelt ist wissenschaftlich ungefähr so erfolgversprechend als wenn Einstein Holzfäller befragt hätte, um zu seiner Reduktion der Komplexität des Universums E= Mcc zu kommen.

Sein Gesprächspartner in Princeton, der größte Logiker und Mathematiker seit Aristoteles, Kurt Gödel (Unvollständigkeitstheoreme), Realist wie Einstein, hat seine Kritik an den Konstruktivisten so formuliert:

„Ich habe den Eindruck, daß man nach ausreichender Klärung der fraglichen Vorstellungen und Begriffe dazu kommen wird, daß diese ganze Diskussion mit der erforderlichen mathematischen Strenge geführt werden kann und daß das Ergebnis dann sein wird, daß die platonische Anschauung die einzig zutreffende ist. Damit meine ich diejenige Anschauung, die davon ausgeht, daß die Mathematik eine nicht unmittelbar sinnlich erfahrbare Realität beschreibt, die unabhängig von Akten und Dispositionen des menschlichen Geistes existiert und von diesem Geist lediglich wahrgenommen wird; und zwar vermutlich gegenwärtig noch sehr unvollständig. Diese Ansicht ist unter Mathematikern ziemlich unbeliebt.“  
(Enzensberger 2009:53)

Am Anfang JEDER Wissenschaft steht die implizite oder explizite Entscheidung für ein unbeweisbares, aber RATIONAL-intuitiv zu entdeckendes Axiom bezogen auf Ontologie/Epistemologie: Realismus oder Antirealismus (z.B Konstruktivismus).





Normalität!?

Biskamp: „Diese Re-Normalisierung ist eine Gefahr für grundlegende demokratische Normen, insbesondere für die der Gleichheit.“

Dieser Satz, aufmerksam gelesen jenseits der emotional-ideologischen Selbstverständlichkeiten der Komfortzone, spricht für sich und beweist einmal mehr die Ideologisierung der Soziologie! 

Die akademische Soziologie erklärt nicht, was ist, sondern beschreibt lediglich, was ihrer Ideologie entsprechend sein soll!

Damit z.B. die aktuellen Ergebnisse in Brandenburg und Sachsen mit den riesigen Zuwächsen der AfD ERKLÄREN zu wollen, ist absurd.

Mit diesem Ansatz sind die Ergebnisse nur moralisch zu beklagen.

Mit Wissenschaft hat das offensichtlich nichts zu tun. 

David Deutsch beschreibt das Wesen der Wissenschaft, theorieabhängige ERKLÄRUNGEN zu entdecken, perfekt:

„For most of the history of our species, we had almost no success in creating such knowledge. Where does it come from? Empiricism said that we derive it from sensory experience. This is false. The real source of our theories is conjecture, and the real source of our knowledge is conjecture alternating with criticism. We create theories by rearranging, combining, altering and adding to existent ideas with the intention of improving upon them. The role of experiment and observation is to chose between existing theories, not to be source of new ones. We interpret experiences through explanatory theories, but true explanations are not obvious. Fallabilism entails not looking to authorities but instead acknowledging that we may always be mistaken, and trying to correct errors. We do so by seeking good explanations- explanations that are hard to vary in the sense that changing the details would ruin the explanation. This, not experimental testing, was the decisive factor in the scientific revolution, and also in the unique, rapid, sustained progress in other fields that have participated in the Enlightenment.“ (Deutsch 2011: 32)


Soziologie als sozialREALISTISCHE Wissenschaft könnte im Anschluss an den GEIST Durkheims in diese Richtung gehen: https://soziologiedesunbewussten.blogspot.be/2015/12/blog-post.html.“
DGS - Deutsche Gesellschaft für Soziologie
22. Juli
Neuer SozBlogger: Floris Biskamp
In den kommenden Wochen wird Dr. Floris Biskamp, Koordinator und Postdoc im Promotionskolleg „Rechtspopulistische Sozialpolitik...
Mehr anzeigen

Sonntag, 18. August 2019

Der soziale Kampf um die Macht!

Der soziale, symbolisch gesteuerte Affe "Mensch" ist im Normalfall kein Einzelgänger, sondern sucht die emotionale Nähe und Zugehörigkeit in und zu einer Gruppe.

In deren emotional-ideologischer Komfortzone fühlt er sich wohl, passt sein Denken/Verhalten unbewusst an und ordnet sich unter. 
Die individuelle Rationalität und das Denkvermögen werden schwächer und gehen im Extremfall gegen Null, wie die Vergasung jüdischer Kinder vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Ideologie eindeutig und unwiderruflich bewiesen hat. 
Hier hat die sozialistische Gemeinschafts- und Solidaritätsideologie ihren Ursprung und ihren Platz! Alle sind, gruppendynamisch relativiert, lieb ZUEINANDER.

Die soziale Kommunikation bildet den unvermeidbaren Übergang zu Macht- und Überzeugungsprozessen und damit zu sozialen Konflikten.

Wird eine emotional-ideologische Komfortzone nun angegriffen oder auch nur in Frage gestellt, wird aus dem lieben Menschen ein hassendes und gewalttätiges Raubtier (psychisch und physisch). Verständigung und rationaler Austausch werden nahezu unmöglich, wie die sozialen Medien es z.B. jeden Tag beweisen.

https://soziologiedesunbewussten.blogspot.com/2017/10/sapolsky-und-emotional-ideologische.html

Daraus folgt logisch und sozialrealistisch betrachtet, dass die Befriedung der Erde nur auf der Basis einer einheitlichen Ideologie DENKbar ist! 

Ein Jahrtausend-Irrtum spaltet die Weltgesellschaft und hat vor dem Hintergrund des Liberalismus zur Geisteskrankheit des Konstruktivismus, der herrschenden Ideologie im Westen, geführt: die Illusion des objektiv "freien Willens" im Gegensatz zum unbestreitbaren subjektiven GEFÜHL des "freienWillens"!

https://soziologiedesunbewussten.blogspot.com/2019/07/konstruktivismus-und-hochbegabung.html

"Und doch können wir der Frage nach dem freien Willen nicht ausweichen, der uns, wie einige Philosophen immer noch argumentieren, vor den anderen Lebewesen auszeichnet. Das unbewusste Entscheidungszentrum des Gehirns vermittelt dem Zerebralkortex die Illusion unabhängigen Handelns. Je weiter die Forschung die physikalischen Prozesse des Bewusstseins offenlegt, desto weniger Platz bleibt für irgendein Phänomen, dass sich berechtigt als freier Wille bezeichnen lässt." (Wilson 2013:344)


AMAZON.DE
Die soziale Eroberung der Erde: Eine biologische Geschichte des Menschen